Kleine Einführung in den Strohballenbau


Historie 1880-1970: 

  • 1872 Erfindung der Strohballenpressen in den USA
  • 1886 erste dokumentierte Strohballenhäuser (lasttragend)
  • älteste noch bewohnte Gebäude sind von 1900-1914
  • 70-er/ 80-er: Strohballenbauboom in den USA-> erste Richtlinien

Konstruktionsarten: 

Lasttragend sog. Nebraskatechnik

  • Strohballenwand übernimmt Statik, Dach ruht auf den Wänden
  • Lehmputz reguliert Feuchte, ist Brandschutz, hat statische Funktion
  • großer Dachüberstand wichtig, max. Wandhöhe: Ballenbreite x 5
  • Baugenehmigung in der Regel Einzelgenehmigung

Nicht lasttragend Strohballen als Dämmstoff

  • Ständerbauweise in der Regel aus Holz, Holzständer übernimmt Statik
  • Stroh ist nur Dämmstoff
  • in Deutschland zugelassen

Außendämmung

  • Vorgesetzte Strohballenschale nachträgliche Verblendung von vorhandenen Wandkonstruktionen, mit Kalkputz oder Lehmputz bzw. Verschalung

Weitere Einsatzgebiete:

  • Bau von Schallschutzwänden
  • Decken und Fußbodendämmung

Mindestanforderungen an den Strohballen:

  • Kleinballenherstellung durch Hochdruckpresse
  • z.B. 35 h x 50 b x min. 80 cm lang
  • min. 90 - 120 kg/m³ Pressdichte
  • geeignet sind Weizen-, Roggen-, Trittikale- oder Dinkelstroh
  • max. 15% Feuchte

Positiv:

  • geinger Primärenergieeinsatz
  • nachwachsender, regional verfügbarer, ökologischer Baustoff
  • geringe Herstellungs- und Transportkosten (0,13 MJ/kg)
  • hoher Wärmedämmwert, Passivhausstandart kann erreicht werden
  • zusätzliche Einnahme für Bauer/ das Abfallprodukt Stroh findet Verwendung 
  • keine Entsorgungsprobleme-> Kompost
  • selbstbaufreundlich

Negativ:

  • feuchteanfällig (dem ist vor allem konstruktiv entgegenzuwirken z.B. durch großen Dachüberstand, erhöhte Sockelausbildung 30 cm und einer schlagregensichere Fassade

Faustregel: Es sollte nur dort mit Stroh gebaut werden, wo auch Holz problemlos eingesetzt werden könnte.

 

Strohballen und Möglichkeiten des Wandaufbau